Archiv für Juli, 2010

Personalmarketing via Bildungs-Sponsoring

Per Gratis-Download zum Wunscharbeitgeber


Matthias AdrionHochschulabsolventen – gerade im technischen Bereich – sind begehrte Nachwuchskräfte am Arbeitsmarkt. Entsprechend stark werden sie von der Industrie umworben: 15 Hauptsponsoren von A wie Audi bis Z wie ZF Friedrichshafen tummeln sich so allein auf der diesjährigen Formula Student Germany, die Anfang August am Hockenheimring über die Rennstrecke geht. Und an manch schwarzem Universitätsbrett lassen sich vor lauter Einladungsplakaten zu Career Days und Recruiting-Messen kaum noch die Nachrichten des jeweiligen Fachbereichs ausmachen.

Eine Alternative, die Zielgruppe der examensnahen Studierenden streuverlustarm anzusprechen, ist das Sponsoring von Lernmaterialien. Viele Unternehmen finanzieren etwa bereits Fachzeitschriften-Abonnements und Bücherzukäufe in den Uni-Bibliotheken, und erhalten im Gegenzug Werbefläche auf Titel- oder Rückseite.

Eine zeitgemäße Spielart dieser Form von Bildungs-Sponsoring ist das Angebot, mit dem der dänische Dienstleister BookBoon seit einiger Zeit (und zunehmend erfolgreich) am Markt ist. Unter www.studentensupport.de können sich registrierte Studierende kostenlose Lehrbücher herunterladen. Geschrieben sind die Nachhilfewerke exklusiv von Lehrenden verschiedener Universitäten, abgedeckt wird ein extrem breites Themenspektrum von BWL bis Thermodynamik, von komplexer Funktionentheorie bis zur „Druckkontrolle bei Ölbohrungen“.

studentensupport_smFinanziert werden die Downloads der meist englischen Bücher (laut Anbieter mehr als 2 Mio. im Jahr) von Unternehmensanzeigen im Inneren. Anders als bei herkömmlichen Print-Anzeigen werden die Inserate jedoch dynamisch generiert und erlauben damit ein genaues Targeting. Will heißen: Die Präferenzen des jeweiligen Lesers, nicht der Inhalt des Buches, entscheiden über die angezeigten Inserate. Das kann dazu führen, dass in einer „Einführung in die organische Chemie“ durchaus die Anzeige eines Finanzdienstleisters erscheint, wenn der angemeldete User Betriebswirtschaftslehre studiert. Der Vorteil für inserierende Unternehmen: Bezahlt wird nur für Anzeigen, die auch wirklich von der Zielgruppe gesehen werden. Streuverluste werden so extrem reduziert.

Ganz ausgereift ist das System leider noch nicht. So dürften die englischen Inhalte vieler Titel doch einige Studierende abschrecken, in den Büchern wimmelt es zudem teils vor Rechtschreibfehlern. Auch ein Konkurrenzausschluss ist nicht gegeben: Zwar garantiert BookBoon, dass pro Seite nur ein Inserat erscheint – was aber nicht ausschließt, dass auf ein und derselben Doppelseite die Anzeigen zweier konkurrierender Unternehmensberatungen abgebildet sein können.

Trotzdem: Alles in allem sind die Bücher von StudentenSupport ein durchaus lohnenswerter Ansatz, der zudem durch eine integrierte Zielgruppen-Auswertung am Ende der jeweiligen Anzeigenlaufzeit interessant ist. Weitere Infos gewünscht? Kein Problem – schicken Sie einfach eine kurze Mail über unser Kontaktformular.

 

Teambuilding in Unternehmen

Was Personaler von der WM in Südafrika lernen können…


Sebastian HergottKurz vor den Viertelfinals der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika, haben wir bei dieser WM bereits ein paar handfeste Überraschungen erlebt: Frankreich hat sich bereits in der Vorrunde glanzlos als Gruppenletzter verabschiedet, ebenso Italien. Auch vermeintliche Favoriten wie  England und  Portugal durften sich bereits verabschieden. Dagegen trumpfen Mannschaften, die bisher allenfalls als Außenseiter gehandelt wurden auf (bspw. Uruguay, Paraguay und Ghana). Wie sind diese Ergebnisse zu erklären? Was lässt sich mit Blick auf HR für das Teambuilding in Unternehmen ableiten?

Eine erste wichtige – wenn auch nicht neue – Erkenntnis: Nur wenn das Team innerlich funktioniert und harmoniert kann sich der Erfolg einstellen. Der Misserfolg der Equipe Tricolore ist vor allem einer fehlenden Harmonie innerhalb des Teams zuzuordnen. Zu viele Querelen und Streitigkeiten haben dazu geführt, dass sich das Team innerlich zerfleischt hat. Wenn kein Mannschaftsgefühl vorhanden ist, können sich Einzelne ins Zeug legen, das Spiel werden Sie dennoch nicht gewinnen können.

Dies bringt uns aber zugleich zur zweiten Erkenntnis: Viele gute Mannschaften verfügen über Ausnahmespieler, die notfalls ein Spiel alleine entscheiden können. Dies gelingt aber immer nur dann, wenn das Team als solches auch geschlossen auftritt und den jeweiligen Ausnahmespielern den Rücken freihält. Die Leistung eines Messi ist nur dann möglich, wenn ein Demichelis die Abwehr dicht hält. Kurz gesagt: Auch wenn Ausnahmespieler die Fähigkeit haben, ein Spiel durch gelungene Aktionen alleine zu entscheiden, so bedarf es doch der gesamten Mannschaft, um das Spiel letztlich zu gewinnen. Beispiele für Mannschaftserfolge gibt es mehr als genug. Angefangen vom „Wunder von Bern“ bis zum Erfolg der Griechen bei der EM 2004.

Doch auch wenn viele Mannschaften durch einen hohen Einsatz und Engagement überzeugen können, wird auf Dauer nur die Mannschaft erfolgreich sein, die auch über die nötigen Qualitäten verfügt.

Die Erfolgskomponenten sind also ein funktionierender Teamgeist, Engagement und Leidenschaft sowie Qualität. Nur wenn alle  vier Faktoren dauerhaft vorhanden sind, kann ein Team erfolgreich sein. Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter sollte also immer überprüft werden: Passt der Mitarbeiter ins Team? Verfügt er über die notwendige Leidenschaft und das Engagement, sich für das Unternehmen einzusetzen? Verfügt er über die notwendige Qualität, seinen Aufgabenbereich zu meistern?