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kununu-Gründer Martin Poreda im Interview

“Dort Präsenz zeigen, wo die Zielgruppe ist”


Martin PoredaIn der vergangenen Woche konnte man das Team von  Faktor Talent zwei Tage lang auf der Personal Austria in Wien antreffen, wo wir als Aussteller gemeinsam mit den kununu-Gründern Martin und Mark Poreda zum Thema Employer Branding informiert haben. Eine willkommene Gelegenheit, die beiden Macher hinter der Arbeitgeber-Bewertungsplattform einmal genauer zu ihren Argumenten in Sachen Web 2.0 zu befragen.

Faktor Talent: Die Zahl der Web 2.0-Plattformen, die miteinander um die Aufmerksamkeit der Bewerber (und die Etats der HR-Entscheider) konkurrieren, wächst beständig, während viele Personaler noch wenig mit den neuen Kommunikationskanälen anzufangen wissen. Warum sollten sich Arbeitgeber überhaupt auf Websites wie Kununu engagieren?

Martin Poreda: Eigentlich sehe ich keinen Konkurrenzkampf um Web 2.0 Budgets in den HR Abteilungen. Ist „Web 2.0“ in den Köpfen der HR-Verantwortlichen einmal angekommen, gibt es bloß eine Handvoll von sinnvollen Plattformen, die im HR Social Media Marketing nicht fehlen sollten. Genau darum geht es bei einem Engagement in sozialen Netzwerken: Dort Präsenz zeigen, wo die Zielgruppe ist. Das ist meistens nicht dort, wo es die Kommunikationsabteilung gerne sehen würde. kununu ist Anlaufstelle für Bewerber, die sich zielgerichtet über attraktive Arbeitgeber informieren wollen – was liegt also näher, als diese auch dort abzuholen?

Faktor Talent: Wenn es um Arbeitgeber-Bewertungen geht, ist kununu in aller Munde. Was macht euch erfolgreicher als Konkurrenzangebote wie bizzWatch, Kelzen und Jobvoting?

Martin Poreda: kununu ist die einzig professionell betriebene Plattform mit der Thematik „Arbeitgeber-Bewertung“. Kein anderes Projekt wird full-time betreut, genießt Unterstützung durch Investoren, kann auf Kooperationen mit den renommiertesten Verlagshäusern zurückgreifen und mobilisiert durch eine Kombination aus Glaubwürdigkeit, ansprechendem Design  und professioneller Marktbearbeitung tausende Besucher unserer Webseite. Das Marketing wird durch unsere Nutzer selbst übernommen. Da läuft sehr viel über Mund-zu-Mund-Propaganda – was uns beweist, dass die Plattform von der Zielgruppe wirklich angenommen und geschätzt wird. Im Gegenzug ist uns gegenüber den bewerteten Unternehmen ein hohes Maß an Fairness wichtig. Das beginnt damit, dass wir auf kununu keine pauschalisierenden Negativ-Bewertungen zulassen, sondern von den Bewertern konkrete Verbesserungsvorschläge erwarten. Es geht bei uns nicht darum, einzelne Unternehmen oder Führungskräfte anzuschwärzen, sondern zu sagen, was klasse ist und was noch optimaler laufen könnte. Deshalb wird jede neue Bewertung von uns gesichtet und kontrolliert.

Faktor Talent: Vor einigen Wochen habt ihr kununu einem umfassenden Relaunch unterzogen – was ist neu?

Martin Poreda: Der kununu-Relaunch spielte sich nicht bloß in der Optik ab, sondern ging auch mit einer eindeutigen Positionierung einher. Der Relaunch streicht den Unterschied von kununu zu Online-Jobboards heraus und läßt keinerlei Zweifel an der Mittlerfunktion von kununu entstehen: Besuchern bieten wir die Möglichkeit der Recherche nach Arbeitgebern und Arbeitgebern die Möglichkeit für zielgerichtete Bewerberansprache. Die Suche wurde komplett überarbeitet und Informationen über Arbeitgeber sind nun übersichtlicher dargestellt und schneller auffindbar. Die Unternehmensangebote sind attraktiver und prominenter platziert. Alles in allem ist ein guter Mix aus Neuem für beide Zielgruppen entstanden.

Faktor Talent: Wagen wir den Blick in die Zukunft: Was wird sich in den kommenden zwei Jahren ändern – im Web 2.0 allgemein und auf kununu?

Martin Poreda: Im Web 2.0 denke ich, dass hier für HR-Verantwortliche nichts großes „Neues“ kommen wird. Facebook wird weiterhin wachsen und die Vernetzung im Web fördern. Nischen werden besetzt werden, die nicht für so viel Wirbel wie z.B. Twitter sorgen werden und für Jobsuchende  Mehrwert stiften. „Second-Life“-Desaster sehe ich zurzeit keine auf uns zukommen. Da seit Bestehen des Internets Foren und Bewertungsplattformen die stabilen Komponenten im Internet bilden, wird kununu unaufhaltsam wachsen und an Bedeutung gewinnen. In der kununu-Pipeline stehen Features für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die die Jobsuche und Mitarbeitergewinnung vereinfachen sollen.