Beiträge mit den Tags "Marktfoschrung"

Neue Markt- und Mediaanalyse von drsp:

Schlechtes Jahr für Print-Stellenmärkte


Matthias AdrionAls Recruiting-Beratungsagentur werten wir kontinuierlich die Stellenmärkte aller relevanten deutschsprachigen Printmedien aus. Zweimal jährlich tragen wir die Daten zusammen und berichten darüber im Rahmen unserer Markt- und Mediaanalyse HRinform. Ab sofort ist die Ausgabe Herbst 2009 erhältlich (die wir natürlich gern als PDF verschicken – kurze Mail an faktortalent@drsp.de genügt).

Was die großen Zeitungs-Stellenmärkte angeht, hatten wir diesmal leider nicht viel Positives zu vermelden: Die Konjunkturkrise der vergangenen Monate hat die deutschen Printmedien im ersten Halbjahr 2009 mit voller Wucht erfasst. Um fast die Hälfte (48 Prozent) schrumpfte das Anzeigenaufkommen gegenüber dem Vorjahreszeitraum in sich zusammen. Besonders hart trifft es die großen überregionalen Titel, wobei auch auf regionaler Ebene Minusrekorde von bis zu 63 Prozent zu verbuchen sind. Einzig die Wochenzeitung Die Zeit sowie die Welt mit ihrem im vergangenen Jahr komplett überarbeiteten Stellenmarkt konnten erneut dem Trend trotzen.

Bei den regionalen Titeln fällt auf, dass die Stellenmärkte im Norden des Landes offenbar weniger stark von der Krise betroffen sind als ihre Pendants im Süden: Mit einem durchschnittlichen Minus von 40 Prozent kommt man vergleichsweise glimpflich davon. Besonders der Tagesspiegel kann hier mit deutlich überdurchschnittlichen Werten glänzen.

Noch etwas schlechter als im Nachbarland fällt dagegen die Entwicklung in Österreich aus: Minus 53 Prozent sind hier im Durchschnitt zu beklagen. Und auch die Stellenmärkte der großen Schweizer Titel sind im ersten Halbjahr 2009 nur noch halb so umfangreich wie im Vergleichszeitraum. Immerhin: Obwohl sich die Mediennutzung immer mehr in den Online-Bereich verschiebt, halten sich die Reichweiten laut WEMF-Leserschaftsanalyse stabil – einige Blätter konnten zuletzt sogar Boden gutmachen.

Und auch sonst ist der Schweizer Printmarkt allen Unkenrufen zum Trotz nach wie vor quicklebendig: Mit dem Tages-Anzeiger und der Neuen Zürcher Zeitung gönnten sich beide Flaggschiffe der Schweizer Tagespresse zeitgleich einen umfassenden Relaunch. So wurde in beiden Titeln die Anzahl der Bünde deutlich reduziert, auch optisch wird dem Zeitgeist Rechnung getragen.

Einen etwas besseren Verlauf als im Print-Bereich nahm übrigens im ersten Halbjahr 2009 die Entwicklung der großen Online-Stellenbörsen: Hier zeigt unsere Auswertung „nur“ minus 27 Prozent in Deutschland (Kalaydo.de konnte sich sogar steigern) bzw. minus 21 Prozent in der Schweiz.

hrinform

Trotzdem: So richtig zufrieden wird wohl kaum ein Anzeigenverkäufer auf das Jahr 2009 zurückblicken. Wobei die Entwicklung aus Unternehmenssicht nicht unbedingt negativ zu bewerten ist: Weniger dicht gefüllte Stellenmärkte bedeuten schließlich vor allem eines: erheblich weniger Konkurrenz für die eigenen Ausschreibungen.

Weitere Themen in der aktuellen HRinform: unsere (sich noch in der Auswertung befindliche) Web-2.0-Studie, Qualitätskriterien von professionellen Vergütungsvergleichen und Jobsuchmaschinen auf dem Prüfstand.