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Jobbörsen im Test

Semantische Suche im Netz


Sebastian Hergott„Gut gesucht ist halb gewonnen“ könnte der Wahlspruch für Kandidaten lauten, die aktiv auf Stellensuche sind und mit den Tücken einer Stellenbezeichnung zu kämpfen haben. Denn die Positionsbezeichnungen variieren von Firma zu Firma. Kluge Recruiter hinterlegen daher seit langem bei Jobbörsen relevante Keywords, damit die Anzeigen auch mit variierenden Suchbegriffen gefunden werden.

Etwas philosophisch betrachtet leisten sowohl die Kandidaten (über die aktive Suche) als auch die Recruiter (über die Stellenausschreibungen) ihren Beitrag zu einer ersten Annäherung. Man erkennt gleich, ob man „dieselbe Sprache“ spricht. Aus dieser Sichtweise ergibt sich, dass den Jobbörsen eine Mittlerrolle zukommt. Diese Rolle gut auszufüllen bedeutet auch, den Annäherungsprozess zwischen Kandidaten und Recruitern einfacher zu gestalten. Ein Mittel hierzu ist der Einsatz semantischer Suchtechnologien, die ein perfektes Matching garantieren sollen. Die Gerüchteküche in Sachen “Semantische Suche” oder “Web 3.0″ brodelt seit längerer Zeit, doch wie weit sind die Jobbörsen wirklich?

Wir haben uns vier Jobbörsen genauer angesehen und einen kurzen Test durchgeführt. Dabei haben wir folgende Suchabfragen gestartet: „Verkaufsingenieur“ vs. „Vertriebsingenieur“ (der Test funktioniert auch mit anderen Begriffspaaren, die letztlich ein gemeinsames Arbeitsfeld beschreiben). Hier das Ergebnis unserer Stichprobe am 11. Februar 2010:

Semantische Suche

Fazit: Drei von vier Jobbörsen lassen offenbar keine semantische Suchtechnologie im Hintergrund laufen. Lediglich Jobscout24 gelingt es, alle relevanten Stellen über eine semantische Lösung abzubilden. Jobscout24 profitiert dabei von der FAST-Technologie, die u.a. auch für das Matching bei der Plattform Laufbahner.de zum Einsatz kommt. Dies ist ein deutlicher Vorteil, da hier der Annäherungsprozess zwischen Kandidaten und Recruitern gut unterstützt wird. Zumindest in diesem Punkt ist die Entscheidung aus Recruiter-Sicht einfach. Doch bei der Entscheidung pro oder contra zählen bei einer Jobbörse eben nicht nur die Optimierung des Suchverhaltens, sondern auch Aspekte wie Nutzerstruktur, Reichweite und Schwerpunkte der Jobbörse. Insofern muss stets neu validiert werden, welche Plattform für den jeweiligen Fall in Frage kommt.

 

Holpriger Start für Recruiting-Plattform

Wohin läuft Laufbahner?


Matthias AdrionMit großem Interesse haben viele Recruiter und Agenturen im vergangenen Mai den Launch des SZ-Karriereportals Laufbahner.de zur Kenntnis genommen. Inzwischen sind knapp acht Monate ins Land gezogen, so dass es an der Zeit ist, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Wie hat sich die Plattform, die auszog, die großen Jobbörsen das Fürchten zu lehren, in ihrem ersten Jahr geschlagen?

Leider, muss die Antwort wohl lauten, nicht in allen Punkten ganz so erfolgreich wie erhofft. Nachdem Laufbahner-Kandidaten zwischenzeitlich immerhin zwischen rund 70 potenziellen Arbeitgebern wählen konnten, sind aktuell nur noch 50 Unternehmen auffindbar – ein Rückgang um fast 30 Prozent in wenigen Wochen. Die kritische Masse, um mittelfristig neue Bewerber auf die Seiten zu ziehen, dürfte damit deutlich unterschritten sein. Und neue Bewerber wären ihrerseits dringend nötig, um Laufbahner auch für Unternehmen interessanter zu machen. Ein echter Teufelskreis.

Woran liegt’s? Es gibt meines Erachtens verschiedene Faktoren, warum Laufbahner bislang nicht so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Da sind zum einen die eher zurückhaltenden Aktivitäten in Sachen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Es ist doch erstaunlich, wie still es bereits wenige Monate nach dem Launch um Laufbahner geworden ist. Dabei müssten bei einem neuen Portal dieser Größenordnung doch eigentlich die virtuellen Drähte glühen vor lauter Meinungen, Diskussionen, Neuigkeiten. Stattdessen lassen sich aktuell nicht einmal detaillierte Mediadaten zur Nutzerstruktur aus dem Netz ziehen.

Laufbahner-ScreenshotVor allem aber scheint es bislang nicht gelungen zu sein, potenziellen Kunden den konkreten Mehrwert der Plattform begreiflich zu machen. Von der Ausrichtung her liegt Laufbahner irgendwo zwischen Online-Jobbörse, Arbeitgeberverzeichnis und sozialem Netzwerk. Nur: Den Markt der Social Networks haben in Deutschland Xing und StudiVZ (in letzter Zeit zunehmend auch Facebook und LinkedIn) flächendeckend besetzt. Auch an großen Online-Jobbörsen besteht nicht eben Mangel. Und für eine effektive Employer-Branding-Plattform bietet Laufbahner derzeit schlichtweg noch nicht genug Funktionalität – da ist vom Blog bis zum Self-Assessment auf der eigenen Unternehmens-Website grundsätzlich mehr möglich.

Der wirklich zukunftsweisende Nutzen liegt ohnehin im automatischen Matching der Kandidaten- und Stellenprofile. Doch damit dies funktioniert, braucht es zunächst eine hinreichende Anzahl an Arbeitnehmer-Einträgen und Ausschreibungen. Bis es damit soweit ist, könnten im derzeitigen Tempo durchaus noch Monate oder Jahre vergehen. In der Zwischenzeit muss die Plattform dringend andere Formen des „Kaufanreizes“ entwickeln, um die Seiten mit Leben zu füllen. Wir sind gespannt, was sich die Macher für das Jahr 2010 einfallen lassen – eine günstigere Entwicklung als 2009 wäre Laufbahner in jedem Fall zu wünschen.

 

Website-Rankings

And the winner is: Netzwerke, Suchmaschinen, Jobbörsen


Tilman Büttner

Jobsuchende haben es nicht leicht: Während noch vor 10-15 Jahren die einzige vielversprechende Quelle für Stellenangebote die gute alte Tageszeitung war, stehen sie heute mehrfach vor der Qual der Wahl. Jobbörsen, professionelle Netzwerke, Job-Suchmaschinen, Twitter – die Quellen sind so zahlreich und unterschiedlich, dass Orientierungslosigkeit schon fast vorprogrammiert scheint. Doch welche Online-Angebote sind – zumindest quantitativ – die Gewinner dieses Überangebots? Welche individuellen Portale können sich behaupten und erfreuen sich hervorragender Traffic-Werte?

Unabhängige Quellen für solche Vergleichsanalysen zu finden ist nicht einfach. Ein relativ zuverlässiger Indikator für die Popularität einer Website ist aber der „Traffic Rank“ des Statistikdienstes Alexa.com, ein Tochterunternehmen der Amazon-Gruppe. Alexa errechnet diesen Traffic Rank anhand der ermittelten Seitenaufrufe und der Besucheranzahl der letzten drei Monate. So entsteht eine Liste der populärsten Websites weltweit sowie für jedes einzelne Land.

Ganz oben landen dabei in fast allen Ländern die üblichen Verdächtigen: Google, Wikipedia, YouTube, Facebook, Amazon und Ebay sind weltweit auf Spitzenplätzen vertreten. Dazu kommen landestypische Websites wie Spiegel Online in Deutschland, das ORF in Österreich oder Bluewin.ch in der Schweiz. Wir haben jedoch anhand des Traffic Ranks untersucht, an welcher Stelle der Toplisten berufsbezogene Websites – also Jobbörsen, Meta-Suchmaschinen und Netzwerke – in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet werden. Das Ergebnis ist durchaus aufschlussreich:

Top-10 DeutschlandDie Gewinner: Xing, LinkedIn – und die Arbeitsagenturen

Dass die Netzwerke Xing und LinkedIn sich ganz oben auf den Top Ten wiederfinden, ist sicher nicht überraschend, der Abstand, mit denen sich beide Netzwerke in allen drei Ländern vor den klassischen Jobbörsen behaupten können, beindruckt jedoch. So liegen in Deutschland zwischen Xing und der bestplatzierten Jobbörse, Monster Deutschland, immerhin 228 Plätze. Vielleicht die größte Überraschung: Die Websites Weiterlesen »