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Personalmarketing via Bildungs-Sponsoring

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Matthias AdrionHochschulabsolventen – gerade im technischen Bereich – sind begehrte Nachwuchskräfte am Arbeitsmarkt. Entsprechend stark werden sie von der Industrie umworben: 15 Hauptsponsoren von A wie Audi bis Z wie ZF Friedrichshafen tummeln sich so allein auf der diesjährigen Formula Student Germany, die Anfang August am Hockenheimring über die Rennstrecke geht. Und an manch schwarzem Universitätsbrett lassen sich vor lauter Einladungsplakaten zu Career Days und Recruiting-Messen kaum noch die Nachrichten des jeweiligen Fachbereichs ausmachen.

Eine Alternative, die Zielgruppe der examensnahen Studierenden streuverlustarm anzusprechen, ist das Sponsoring von Lernmaterialien. Viele Unternehmen finanzieren etwa bereits Fachzeitschriften-Abonnements und Bücherzukäufe in den Uni-Bibliotheken, und erhalten im Gegenzug Werbefläche auf Titel- oder Rückseite.

Eine zeitgemäße Spielart dieser Form von Bildungs-Sponsoring ist das Angebot, mit dem der dänische Dienstleister BookBoon seit einiger Zeit (und zunehmend erfolgreich) am Markt ist. Unter www.studentensupport.de können sich registrierte Studierende kostenlose Lehrbücher herunterladen. Geschrieben sind die Nachhilfewerke exklusiv von Lehrenden verschiedener Universitäten, abgedeckt wird ein extrem breites Themenspektrum von BWL bis Thermodynamik, von komplexer Funktionentheorie bis zur „Druckkontrolle bei Ölbohrungen“.

studentensupport_smFinanziert werden die Downloads der meist englischen Bücher (laut Anbieter mehr als 2 Mio. im Jahr) von Unternehmensanzeigen im Inneren. Anders als bei herkömmlichen Print-Anzeigen werden die Inserate jedoch dynamisch generiert und erlauben damit ein genaues Targeting. Will heißen: Die Präferenzen des jeweiligen Lesers, nicht der Inhalt des Buches, entscheiden über die angezeigten Inserate. Das kann dazu führen, dass in einer „Einführung in die organische Chemie“ durchaus die Anzeige eines Finanzdienstleisters erscheint, wenn der angemeldete User Betriebswirtschaftslehre studiert. Der Vorteil für inserierende Unternehmen: Bezahlt wird nur für Anzeigen, die auch wirklich von der Zielgruppe gesehen werden. Streuverluste werden so extrem reduziert.

Ganz ausgereift ist das System leider noch nicht. So dürften die englischen Inhalte vieler Titel doch einige Studierende abschrecken, in den Büchern wimmelt es zudem teils vor Rechtschreibfehlern. Auch ein Konkurrenzausschluss ist nicht gegeben: Zwar garantiert BookBoon, dass pro Seite nur ein Inserat erscheint – was aber nicht ausschließt, dass auf ein und derselben Doppelseite die Anzeigen zweier konkurrierender Unternehmensberatungen abgebildet sein können.

Trotzdem: Alles in allem sind die Bücher von StudentenSupport ein durchaus lohnenswerter Ansatz, der zudem durch eine integrierte Zielgruppen-Auswertung am Ende der jeweiligen Anzeigenlaufzeit interessant ist. Weitere Infos gewünscht? Kein Problem – schicken Sie einfach eine kurze Mail über unser Kontaktformular.